Donnerstag, 30. Juni 2016

Das unendliche Meer (The 5th Wave #2)


Das unendliche Meer (The 5th Wave #2) von Rick Yancey

Zusammenfassung:

Die erste Welle vernichtete eine halbe Million Menschen, die zweite noch viel mehr. Die dritte Welle dauerte ganze zwölf Wochen an, danach waren vier Milliarden tot. Nach der vierten Welle kann man niemandem mehr trauen. Cassie Sullivan hat überlebt, nur um sich jetzt in einer Welt wiederzufinden, die von Misstrauen, Verrat und Verzweiflung bestimmt wird. Und während die fünfte Welle ihren Verlauf nimmt, halten Cassie, Ben und Ringer ihre kleine Widerstandsgruppe zusammen, um gemeinsam gegen die Andren zu kämpfen. Sie sind, was von der Menschheit übrig blieb, und sie werden sich so schnell nicht geschlagen geben. Und während Cassie immer noch hofft, dass ihr Retter Evan Walker lebt, wird der Kampf ums Überleben immer aussichtsloser. Bis eines Tages ein Fremder versucht, in ihr Versteck einzudringen...

Rezension:
Die Explosion machte das alte Farmhaus sofort dem Erdboden gleich. Beim Weizen dauerte es länger. Vom Farmhaus, den Nebengebäuden und dem Silo, in dem in jedem anderen Jahr die ergiebige Ernte gelagert gewesen war, blieb nichts übrig. Die trockenen, geschmeidigen Halme dagegen wurden von den Flammen verschlungen und verwandelten sich in Asche, und bei Sonnenuntergang fegte eine steife Brise aus Norden über die Prärie, hob die Asche hoch und trug sie hundert Meilen mit sich, ehe sie wieder vom Himmel fiel wie grauer und schwarzer Schnee, um sich gleichgültig auf kargem Boden niederzulassen.
Was ich am letzten Buch so sehr gemocht habe - die Atmosphäre - ist in diesem Buch, zu grossen Teilen, ersetzt worden. Das ist nichts schlechtes, es war sogar voraussehbar, man hätte die Problematik aus dem letzten Band nicht wieder aufnehmen können, es hatte sich erledigt. Was jetzt kommt, ist eine andere Art von Atmosphäre, ich nenne es: Spannung ohne Ende.

Dienstag, 28. Juni 2016

Also Known As


Also Known As von Robin Benway

Zusammenfassung:

Being a 16-year-old safecracker and active-duty daughter of international spies has its moments, good and bad. Pros: Seeing the world one crime-solving adventure at a time. Having parents with super cool jobs. Cons: Never staying in one place long enough to have friends or a boyfriend. But for Maggie Silver, the biggest perk of all has been avoiding high school and the accompanying cliques, bad lunches, and frustratingly simple locker combinations.
Then Maggie and her parents are sent to New York for her first solo assignment, and all of that changes. She'll need to attend a private school, avoiding the temptation to hack the school's security system, and befriend one aggravatingly cute Jesse Oliver to gain the essential information she needs to crack the case ... all while trying not to blow her cover.

Rezension:
"Okay, Maggie," I told myself after my shower, wiping the steam off the medical cabinet. "You could eat these kids for breakfast. You won't, though, because that would be cannibalistic and wrong."
Even talking to myself, I was easily distracted. Not a good sign.

...
The pep talk resumed during the ten-block walk to the Harper School. "You can do this," I said to myself, grateful for being in New York, where it's perfectly acceptable to talk to yourself in public. "You're considered a fugitive in Luxembourg, remember? This is the cotton candy of assignments. Fluffy, airy, bad for you." I really had to work on my pep talks.
Oh man, war das gut! Ich habe gekichert, gelacht, ich habe das Buch geknuddelt (Jesse ist so ein niedlicher kleiner Cupcake!) und am Ende war ich ganz hibbelig (viel Spannung, grosser Showdown und so, du verstehst).

Freitag, 24. Juni 2016

Bevor ich jetzt gehe


Bevor ich jetzt gehe von Paul Kalanithi

Zusammenfassung:

Was macht das eigene Leben lebenswert? Was tun, wenn die Lebensleiter keine weiteren Stufen in eine vielversprechende Zukunft bereithält? Was bedeutet es, ein Kind zu bekommen, neues Leben entstehen zu sehen, während das eigene zu Ende geht? Bewegend und mit feiner Beobachtungsgabe schildert der junge Arzt und Neurochirurg Paul Kalanithi seine Gedanken über die ganz grossen Fragen.

Rezension:
Doch eine der grausamen Begleiterscheinungen von Krebs ist nicht nur, dass er die Zeit begrenzt, sondern auch die Energie, und damit reduziert er das Pensum, das man in einem Tag pressen kann, beträchtlich. Der Hase, der nun rennt, ist müde. Selbst wenn ich die Kraft dazu hätte ziehe ich die Gangart der Schildkröte vor. Ich gehe langsam, ich grüble. An manchen Tagen lebe ich lediglich weiter.
In diesem Buch werden keine Fragen beantwortet. Nicht wirklich zumindest. Dafür stellt Paul Kalanithi aber eine ganze Menge; Fragen bezüglich der Existenz, der Bedeutung des Lebens und derjenigen des Todes. Fragen, welche eingehend und aus verschiedenen Blickwinkeln (primär den zwei Blickwinkeln, der zwei Kapitel dieses Buches) betrachtet und besprochen werden.

Donnerstag, 23. Juni 2016

Jackaby (Jackaby #1)


Jackaby (Jackaby #1) von William Ritter

Zusammenfassung:

New Fiddleham 1892: Neu in der Stadt und auf der Suche nach einem Job trifft die junge Abigail Rook auf R. F. Jackaby, einen Detektiv für Ungeklärtes mit einem scharfen Auge für das Ungewöhnliche, einschliesslich der Fähigkeit, übernatürliche Wesen zu sehen. Abigails Talent, gewöhnliche, aber dafür wichtige Details aufzuspüren, macht sie zur perfekten Assistentin für Jackaby. Bereits an ihrem ersten Arbeitstag steckt Abigail mitten in einem schweren Fall: ein Serienkiller ist unterwegs. Die Polizei glaubt, es mit einem gewöhnlichen Verbrecher zu tun zu haben, aber Jackaby ist überzeugt, dass es sich um kein menschliches Wesen handelt ...

Rezension:
"Und ... wurde die Stelle schon besetzt?", fragte ich. 
"Ja", antwortete der Detektiv, und ich liess entmutigt die Schultern sinken. "Seitdem die Anzeige aushängt, wurde sie schon fünf Mal besetzt - und fünf Mal wurde sie wieder frei. Drei junge Männer und eine Frau haben sich gleich nach ihrem ersten Fall entschlossen, die Stelle wieder aufzugeben. Der letzte Gentleman hat sich als weitaus belastbarer und ungleich nützlicher erwiesen als seine Vorgänger. Er bleibt bei mir in einer ... anderen Funktion." 
"In welcher Funktion?" 
Jackabys Schritte stockten und er wandte den Kopf leicht ab. Seine gemurmelte Antwort ging fast im Winde unter. "Vorübergehend als ... Wasservogel."
Ein herzliches Dankeschön an Randomhouse, dass sie mir ein Leseexemplar im Austausch für eine ehrliche Rezension zur Verfügung gestellt haben! 

Das war ein Spass! Die Art von erfrischender Geschichte, wie man sie von einem Buch erwarten würde, in welchem ein Sherlock Holmes des Übernatürlichen, in Begleitung einer fleissigen Krimi-Leserin, durch, von Monstern verursachte, Abenteuer stolpert.

Mittwoch, 22. Juni 2016

Flirt mit Nerd


Flirt mit Nerd von Leah Rae Miller

Zusammenfassung:

Was macht einen eigentlich zum Nerd? Na klar ... heimlich Comics lesen im Bett. Zumindest fängt es so an, glaubt Maddie - blond, beliebt und Freundin des heisstesten Footballstars der Schule. Manche Dinge bleiben also besser geheim. Das funktioniert auch ganz gut, bis zu dem Tag, als ihr Lieblings-Comic es nicht in ihren Briefkasten schafft. Maddie muss ernsthaft höchstpersönlich in den freaking Comic-Laden in der Stadt. Wenn das ihre Freundinnen wüssten! Incognito, mit Riesen-Sonnenbrille und Kapuze, trifft sie dort aber Logan, den süssesten, tollsten Nerd überhaupt. Für Maddie beginnt ein verrückter Sommer voller Flirts und Versteckspiele.

Rezension:
Ich kriege meine Gedanken gerade noch in den Griff, ehe sie total entgleisen. Jetzt ist aber Schluss mit dem Rumfantasieren, es werden keine hinreissenden Nerds mehr geküsst, ganz gleich, wie küssenswert sie aussehen.
(Ich erhebe übrigens Veto. Aber das nur so nebenbei.)

Gut, ich bin ertappt. Du hast den Titel gelesen, du hast das Cover gesehen, ich bin aufgeflogen, habe mich mit meinem dunklen "Nacht-im-Wald"-Tarnanzug direkt in ein Weizenfeld an einem wolkenfreien Sommernachmittag gestellt. Mein kaltes, liebloses, gar Romanzen-verachtendes Herz ist offensichtlich weich geworden und ich habe mich auf den erst besten romantischen Titel gestürzt, der mir in die Quere gekommen ist. Und ich fand es klasse. Da, jetzt ist es raus. Es war klasse.

Das Gegenteil von Einsamkeit


Das Gegenteil von Einsamkeit von Marina Keegan

Zusammenfassung:

Nur wenige Tage nach ihrem Yale-Abschluss stirbt die 22jährige Marina Keegan bei einem Autounfall. Und hinterlässt der Welt brillante Stories voller Lebenslust. "Das Gegenteil von Einsamkeit" bewegt Millionen Menschen in hundert Ländern. Marina Keegan war ein Ausnahmetalent. Sie vereint schwerelosen, sensiblen Optimismus mit literarischer Reife. Die Stories sind klangvoll, witzig, und doch gebrochen, manchmal wild und angriffslustig; sie sind ein stürmisches Plädoyer für die Jugend, die Lebensfreude, begeistern durch ihre Hoffnung und Entschiedenheit: Lasst euch nicht gleich von McKinsey anfeuern, findet euere Bestimmung, habt Vertrauen in eure Zukunft! Eine flammende Aufforderung, die eigene Jugend und den Sinn des Lebens (wieder) zu entdecken.

Rezension:
Im März starb er. Ich machte mir gerade eine Thaisuppe in der Mikrowelle, als mich sein bester Freund anrief und fragte, ob ich wisse, in welchem Krankenhaus er liegt. 
"Wer?", fragte ich. 
"Brian", sagte er. "Weisst du es denn nicht?"
Ich habe keine Ahnung, wer auf die Idee gekommen ist, Marina Keegans Kurzgeschichten als "Stories voller Lebenslust" zu beschreiben. Ihre Kurzgeschichten sind sich alle sehr ähnlich - vom Gefühl und dem konkreten Aufbau her. Es ist immer etwas melancholisches, immer ist irgendetwas zerronnen (was genau das etwas ist variiert recht stark), sie sind traurig oder zumindest düster-grüblerisch (was man auch mit traurig gleichsetzen kann, wenn man will). Ihr Essays sind etwas fröhlicher (teilweise), aber auch diese sind meistens von gewissen Unsicherheiten geprägt. Wirklich. Keine Ahnung, wie jemand auf den Begriff "Stories voller Lebenslust" gekommen ist, nachdem man das gelesen hat, den das sind sie, aus meiner Sicht, ganz sicher nicht.

Dienstag, 21. Juni 2016

Die 5. Welle (The 5th Wave #1)


Die 5. Welle (The 5th Wave #1) von Rick Yancey

Zusammenfassung:

Die erste Welle brachte Dunkelheit. Die zweite Zerstörung. Die dritte ein tödliches Virus. Nach der vierten Welle gibt es nur noch eine Regel fürs Überleben: Traue niemandem! Das hat auch Cassie lernen müssen, denn seit der Ankunft der Anderen hat sie fast alles verloren: Ihre Freunde und ihre Familie sind tot, ihren kleinen Bruder haben sie mitgenommen. Das Wenige, was sie noch besitzt, passt in einen Rucksack. Und dann begegnet sie Evan Walker. Er rettet sie, nachdem sie auf der Flucht vor den Anderen angeschossen wurde. Eigentlich weiss sie, dass sie ihm nicht vertrauen sollte. Doch sie geht das Risiko ein und findet schon bald heraus, welch Grausamkeit die fünfte Welle für sie bereithält.

Rezension:
Allerdings ist es nicht dasselbe, wie eine Dose von einem Zaunpfosten zu schiessen. 
Es ist eigentlich viel einfacher: Sein Kopf ist näher und um einiges grösser.
Ich war, kurz bevor ich zu lesen angefangen habe, doch sehr unsicher, ob ich mir das wirklich antun will. Das liegt vor allem daran, was ich so an Trailern und was-weiss-ich-was zum Film gesehen habe. Das wirkte alles so kitschig und überdreht und unrealistisch und ätzend und, vor allem, "nein, nicht schon wieder so ein dummes Mädchen, das sich in den nächstbesten Typen verliebt, der ihr offensichtlich an die Gurgel will". Aber ich muss sagen, ich bin sehr positiv überrascht worden!

Sonntag, 19. Juni 2016

Wen der Rabe ruft (The Raven Cycle #1)


Wen der Rabe ruft (The Raven Cycle #1) von Maggie Stiefvater

Zusammenfassung:

Jedes Jahr im April empfängt Blue die Seelen derer, die bald sterben werden, auf dem verwitterten Kirchhof ausserhalb ihrer Stadt. Bisher konnte sie sie nur spüren, nie sehen - bis in diesem Jahr plötzlich der Geist eines Jungen aus dem Dunkel auftaucht. Sein Name lautet Gansey, und dass Blue ihn sieht, bedeutet, dass sie der Grund für seinen nahen Tod sein wird. Doch Blue trägt ein Geheimnis in sich: Seit sie sich erinnern kann, lebt sie mit der Weissagung, dass sie ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten wird. Ist damit etwa Gansey gemeint?

Rezension:
"Ich will dich bloss warnen", sagte Neeve. "Nehmt euch in Acht vor dem Teufel. Wo es einen Gott gibt, lauern auch Legionen von Teufeln."
Ich... Ach, ich habe keine Ahnung, wie ich dieses Buch einordnen soll. Einerseits nervt mich ein Teil der Geschichte extrem (*räusper*der-mit-der-Liebe*räusper*), andererseits bin ich auch unheimlich neugierig und irgendwie hat es Maggie Stiefvater geschafft, genau so viel anzudeuten und so viele Geheimnisse offen zu lassen, dass ich umbedingt wissen will, wie es weiter geht.

Freitag, 17. Juni 2016

Still - Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt


Still - Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt von Susan Cain

Zusammenfassung:

In der Stille liegt die Kraft.
In einer lauten Welt werden stille Menschen meist überhört - sei es am Arbeitsplatz, in der Schule oder im Privatleben. Susan Cain bricht eine Lanze für die Introvertierten und zeigt, wie wichtig sie für unsere Gesellschaft sind. Neuste Ergebnisse der Hirnforschung bezieht sie dabei ebenso ein wie historische Beispiele. Darwin, Einstein, Gandhi, Chopin, van Gogh, Bill Gates: Sie alle haben Grosses vollbracht. Aus ihren Erkenntnissen leitet die Autorin auch konkrete Anregungen für alle sozialen Bereiche ab, von der Organisation des Berufslebens bis hin zur Konfliktlösung in der Partnerschaft. Susan Cain will stille Menschen dazu ermutigen, die eigene Introversion zu erkennen und anzunehmen, denn sie weiss: In der Stille liegt die Kraft!

Rezension:
Unser Leben wird von unserer Persönlichkeit ebenso tief beeinfluss wie von unserer ethnischen Herkunft und Geschlechtszugehörigkeit. Der wichtigste Aspekt der Persönlichkeit - der "Norden und Süden des Temperaments", wie ein Wissenschaftler es nennt - hängt davon ab, wo wir unseren Platz auf dem Spektrum der Extra- und Introversion finden. 
Es ist kein Wunder, dass dieses Buch unter den "handelsüblichen Bücherliebhabern" sehr bekannt geworden ist (Ein Tipp: Viele von ihnen sind introvertiert). Tatsächlich, und unglaublich überraschenderweise, bin ich es auch. Das erste Mal, dass ich davon gehört habe, dass es so etwas wie "extrovertierte" und "introvertierte" Menschen gibt, war ich total überwältigt von dieser neuen Erkenntnis (Ich bin doch nicht komisch!). Das ist jetzt allerdings auch schon eine Weile her und mittlerweile habe ich nicht nur gelernt, ganz gut damit klar zu kommen, sondern auch ganz gut mit anderen Introvertierten klar zu kommen (Damit meine ich spezifisch Schüler - ich unterrichte Kinder in einem Schwimmverein.). Natürlich weiss ich aber bei weitem nicht alles, was es über dieses Thema zu wissen gibt und deshalb lohnt es sich - ob man nun extro- oder introvertiert ist - dieses Buch zu lesen.

Donnerstag, 16. Juni 2016

Schau mir in die Augen, Audrey


Schau mir in die Augen, Audrey von Sophie Kinsella

Zusammenfassung:

Audrey ist Mitglied einer ziemlich durchgeknallten Familie: Ihr Bruder ist ein Computernerd, ihre Mutter eine hysterische Gesundheitsfanatikerin und ihr Vater ein charmanter, ein bisschen schluffiger Teddybär. Doch damit nicht genug - Audrey schleppt noch ein weiteres Päckchen mit sich herum: Nämlich ihre Sonnenbrille, hinter der sie sich wegen einer Angststörung versteckt.
Bloss niemandem in die Augen schauen! Als sie eines Tages auf Anraten ihrer Therapeutin beginnt, einen Dokumentarfilm über ihre verrückte Familie zu drehen, gerät ihr immer häufiger der gar nicht so unansehnliche Freund ihres grossen Bruders vor die Linse - Linus. Und langsam bahnt sich etwas an, was viel mehr ist, als der Beginn einer wunderbaren Freundschaft...

Rezension:
Mein Verstand sagt mir, dass Augen nichts Bedrohliches an sich haben. Es sind kleine, harmlose, gallertartige Kugeln, die bloss einen winzigen Teil unseres gesamten Körpers ausmachen. Jeder von uns hat sie. Warum sollte ich also Angst davor haben?
Schau mir in die Augen, Audrey ist absolut fantastisch. Ganz ehrlich, ich habe zwar viele gute Dinge über das Buch gehört, und trotzdem hat mich das Cover (besonders das deutsche) ziemlich abgeschreckt und ich war mir sehr unsicher, ob ich das Buch wirklich lesen will. Solltest du ähnliche Bedenken haben wie ich, dann vertrau mir, wenn ich dir sage: Lies es trotzdem. Es hat sich absolut gelohnt, ich war innerhalb von nicht einmal 40 Seiten davon überzeugt und meine hohe Meinung hat sich danach nur noch weiter gesteigert. Sophie Kinsella hat es geschafft, so ernste Themen, wie Panikattacken und Depressionen, realistisch, optimistisch darzustellen, das mit einem einfach hinreissenden Humor zu vermischen und in eine wunderbare "soziale Umgebung" zu setzen. Die Charaktere waren fantastisch, realistisch und hatten ihre eigene kleine Entwicklung, ihre eigenen Probleme und waren (fast) ausnahmslos hinreissend (die einzige Ausnahme ist das Izzy-Gespann und die kommen wirklich nur ganz kurz vor). Falls man es sich nicht schon denken kann: Was aus dieser Mischung entstanden ist, ist absolut lesenswert (wenn man einen ähnlichen Geschmack hat, wie ich, zumindest).

Mittwoch, 15. Juni 2016

Der Kinderdieb


Der Kinderdieb von Brom

Zusammenfassung:

Leise wie ein Schatten streift ein merkwürdiger Junge durch die Strassen von New York. Er nennt sich Peter und ist auf der Suche nach Kindern und Teenagern, die dringend Hilfe brauchen. Peter rettet sie und bietet ihnen an, sie in sein magisches Reich zu führen, in dem niemand je erwachsen werden muss. Doch er verrät ihnen nicht, dass dieses Land im Sterben liegt und dort nicht nur magische Geschöpfe und das Abenteuer ihres Lebens auf sie warten, sondern auch grösste Gefahr.

Rezension:
"Darf ich auch mitspielen?", wiederholte der Junge. 
Freddie versteife sich, und sein Griff wurde fester. Nick nahm an, dass dieser rothaarige, goldäugige Junge Freddie genauso verunsicherte wie ihn selbst. 
"Verdammt, wer bist du?", zischte Bennie. 
"Peter." 
"Und was willst du?" 
"Spielen", sagte Peter entnervt. "Wie oft muss ich denn noch fragen, Mäusehirn?"
Der Kinderdieb wird als "sehr dunkle Nacherzählung von Peter Pan" beschrieben und, in gewisser Weise, stimmt das auch. Wenn man beim Lesen an die eigentliche Fassung der Geschichte denkt und daran, wie heiter dort alles ist, wie fröhlich die Kinder spielen, wie unbeschwert die ganze Welt sich verhält, dann, ja, dann ist es eine sehr dunkle (Bzw. düstere? Weiss nicht, welches Wort besser passt) Nacherzählung. Wenn man aber eine dunkle Fantasy Geschichte erwartet, dann ist dieses Buch eigentlich ziemlich harmlos. Vor allem, weil ich gerade erst eine andere, tatsächlich sehr üble, Geschichte gelesen habe. Das macht den Kinderdieb nicht harmlos, es ist sehr gnadenlos, es wird viel gekämpft und jeder Kampf hat (realistische?) Konsequenzen. Aber tatsächlich, kontextlos "dunkel" ist es nicht (zumindest nicht nach meiner Definition).

Freitag, 10. Juni 2016

Die linke Hand der Dunkelheit


Die linke Hand der Dunkelheit von Ursula K. Le Guin

Zusammenfassung:

Ich werde meinen Bericht schreiben, als wäre er eine Geschichte ... denn Wahrheit ist eine Sache der Vorstellungskraft.
Die Bewohner des Planeten Gethen sind uns Menschen verblüffend ähnlich - mit eine Unterschied: Sie kennen keine zwei Geschlechter. In ihrer Kultur sind geschlechtsspezifische Machtkämpfe, wie wir sie kennen, nicht möglich. Doch es gibt andere Formen von Macht ... Der bis heute bedeutendste und weit über die Science Fiction hinaus prägende Roman über Geschlechterrollen und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Rezension:
"Darf ich Sie fragen, Sir, ob ich als an Estravens Verbrechen beteiligt gelte?" 
"Sie? Nein." Er starrte mich noch durchdringender an. "Ich weiss zwar nicht, was Sie eigentlich sind, Mr. Ai, ein sexuelles Monstrum, ein künstliches Ungeheuer oder ein Besucher aus den Domänen des Nichts, doch ein Verräter sind Sie nicht. Sie waren lediglich das Werkzeug eines Verräters, und Werkzeuge bestrafe ich nicht."
Ein herzliches Dankeschön an Randomhouse, dass sie mir ein Leseexemplar im Austausch für eine ehrliche Rezension zur Verfügung gestellt haben! 

Le Guin schafft vieles mit dieser Geschichte. Man wird nicht nur einer neuen Welt (im wahrsten Sinne des Wortes) vorgestellt, sondern auch einer ganz neuen sozialen Struktur. Dies nicht nur glaubhaft, sondern auch überaus nachvollziehbar. Es ist eine sanfte Einführung in die Fremde und damit auch eine sanfte Reflexion unserer eigenen "Geschlechts-Vorurteile".

Montag, 6. Juni 2016

Ready Player One


Ready Player One von Ernest Cline

Zusammenfassung:

Wer online stirbt, ist wirklich tot!
Im Jahr 2044 hat die reale Welt für Wade Watts nicht mehr viel zu bieten. Daher flieht er - wie die meisten Menschen - in das virtuelle Utopia von OASIS. Hier kann man leben, spielen und sich verlieben, ohne von der bedrückenden Realität abgelenkt zu werden. Da entdeckt Wade in einem Online-Game den ersten Hinweis auf einen unsagbar wertvollen Schatz, den der verstorbene Schöpfer von OASIS in seiner Cyber-Welt versteckt hat. Plötzlich ist Wade eine Berühmtheit, aber er gerät auch in das Visier eines Killerkommandos - in OASIS und in der Realität. Wade weiss, dass er diese mörderische Hetzjagd nur überleben kann, wenn er das Spiel bis zu seinem ungewissen Ende spielt!

Rezension:
Der Schwarzmagier stiess ein langes, verstörendes Kichern aus, das von den Mauern der Grabkammer widerhallte. "Also gut!", sagte er. "Dann wirst du mir in einer Tjost gegenübertreten!" 
Ich hatte noch nie davon gehört, dass ein untoter König jemanden zu einer Tjost herausforderte. Schon gar nicht in einer unterirdischen Grabkammer. "So sei es", sagte ich mit zitternder Stimme "Aber brauchen wir dafür nicht Pferde?" 
"Nein, keine Pferde", erwiderte er und erhob sich. "Vögel."
Dieses Buch war, allem anderen voran, unglaublich zufriedenstellend. Es gab von allem genug - Drama, Aufregung, Aufbau, Pause, Charakter, etc. Jeder, der sich schonmal minimal mit Storytelling beschäftigt hat, kennt typische Spannungsbogen-Strukturen, wie sie aufgebaut werden, Peaks erreichen, sich wieder ein wenig entspannen, bis sie am Ende der Geschichte auf einen Höhepunkt kommen. Ernest Cline hat sich hier eines solchen, ziemlich typischen, Schemas bedient, was aber keineswegs etwas schlechtes ist. Das bedeutet, dass es immer eine gewisse Grundspannung gibt, die sich aber immer wieder auf und etwas abbaut, was den Leser (bzw. mich, konkret, ich kann bei weitem nicht für "alle Leser überhaupt" sprechen) unbarmherzig gefesselt hält (selbst wenn ich es hätte wollen, hätte ich die letzten 300 Seiten lang das Buch nicht mehr weglegen können). 

Donnerstag, 2. Juni 2016

Das Lied des Achill


Das Lied des Achill von Madeline Miller

Zusammenfassung:

Patroklos, ein in Ungnade gefallener Prinz im Knabenalter, wird ins Exil nach Phthia geschickt, wo er, als einer unter vielen, im Schatten des Königs Peleus und seines Sohnes Achill einsam und unbeachtet lebt, bis Achill sich eines Tages seiner annimmt. Die zaghafte Annäherung entwickelt sich bald zu einer unerschütterlichen Freundschaft. Seite an Seite wachsen Achill und Patroklos zu jungen Männern heran, und bald erblüht eine zarte Liebe zwischen ihnen.

Rezension:
Er ist kleiner als die anderen und noch mollig wie ein Kind. Seine langen Haare sind mit einem Lederriemen zusammengebunden und scheinen auf der dunklen Haut im Nacken zu brennen. Doch seine Miene ist entschlossen wie die eines Mannes.
Kaum hat der Priester das Startkommando gegeben, löst er sich aus der dichten Schar der älteren Jungen. Er läuft leichtfüssig, und seine Fersen schimmern rosig wie leckende Zungen. Er gewinnt.
Ich war schon immer von der griechischen Mythologie (oder, wenn wir schon dabei sind, eigentlich so ziemlich jeder Mythologie - aber mit der griechischen kenne ich mich wohl am besten aus, wenn auch bei weitem nicht so gut, wie ich es gerne hätte) fasziniert. Die Geschichte des Achill (oder Achilleas, ich persönlich bevorzuge ja Achilleas, gebe ich zu) ist mir bei weitem also keine fremde (auch nicht verschiedene Versionen davon durch diverse Erzählungen etc. - ähnlich wie bei der Arthus Sage). Und doch habe ich noch nie von Achill und Patroklos als gleichaltriges Liebespaar gehört (in your face Päderastie), was aber durchaus passend ist - ich fand schon immer, dass so innige Freundschaft, wie sie in Sagen/Legenden/Mythen/was-weiss-ich-was beschrieben wird sehr stark an eine Liebesbeziehung erinnert. In der Tat ist es nicht nur passend, sondern auch sehr interessant und spannend zu lesen. Ich habe es sehr genossen, die Entwicklung der beiden zu beobachten und glaube, dass Miller eine sehr "ehrliche" Darstellung gelungen ist. Soll heissen, dass die Beiden sich genug blumige Liebe/Respekt/Bewunderung entgegen bringen, dass es sich deutlich so anfühlt, als würde man eine typische mythologische Geschichte lesen (nein, das wird nicht nur durch die Sprache ausgelöst), aber gleichzeitig haben sie eben doch Probleme (nein, nicht nur mit ihrem Umfeld). Ausserdem, was ich sehr schön fand, fühlt sich ihre Beziehung, obwohl von ihrem Umfeld mit Verachtung gestraft, nie "falsch" oder so an. Es wirkt sehr natürlich, dass die beiden zusammen kommen sollten.