Dienstag, 31. Mai 2016

Auslöschung (Southern Reach #1)


Auslöschung (Southern Reach #1) von Jeff Vandermeer

Zusammenfassung:

Seit ein mysteriöses "Ereignis" vor mehr als dreissig Jahren das Gebiet erschütterte, ist Area X von einer unsichtbaren Grenze umgeben. Niemand weiss genau, was dahinter geschieht, aber es gibt Gerüchte von einer sich verändernden und die Reste der menschlichen Zivilisation überwuchernden Natur, die ebenso makellos wie bedrohlich ist.
Zuständig für das Gebiet ist eine geheime Regierungsorganisation, die sich "Southern Reach" nennt und den Auftrag hat, herauszufinden was hinter der Grenze geschieht.

Rezension:
Der Einstieg zum Treppenschacht fiel in einer Krümmung steil nach unten ab, und die Stufen waren so schmal, dass die Vermesserin rückwärts hineinging. Mit Stöcken befreiten wir den Eingang von den Spinnennetzen, während sie sich vor den Einstieg hockte. Sie wippte vor und zurück, die Waffe quer über den Rücken, und schaute uns an. Die Haare hatte sie sich zu einem Pferdeschwanz gebunden, was ihre Gesichtszüge streng und verhärmt wirken liess. War das der Moment, in dem wir sie hätten aufhalten sollen? Einen anderen Plan entwickeln? Wenn ja, dann traute sich keine von uns.
Normalerweise, wenn ich ein (sehr) gutes Buch lese, versuche ich möglichst wenig darüber zu erzählen, bevor mein Gegenüber es nicht selbst gelesen hat. Das liegt daran, dass ich finde, man sollte am besten so wenig wie möglich über eine Geschichte wissen, um die grösstmögliche Empfindlichkeit bezüglich dem Storytelling und der Atmosphäre an den Tag legen zu können.  Nun, hier finde ich mich in einer Position wieder, in der ich etwas ausführlicher werden will (das liegt vor allem daran, wie speziell die Geschichte an vielen Stellen wirkt, es hat, irgendwie, mehr Erklärung verdient, teilweise sogar nötig - ganz ähnlich, wie bei Die Selbstmord-Schwestern). Solltest du der gleichen Überzeugung sein, wie ich es sonst immer bin, so ist hier die Kurzfassung: 
Ich fand die Geschichte grossartig. Die Atmosphäre hat mich in ihrer Einzigartigkeit regelrecht verschlungen und mich gnadenlos in die Tiefen des Mysterium gezogen. Die Erzählperspektive ist perfekt gewählt und ausgezeichnet umgesetzt. Obwohl ich jetzt schon unheimlich auf die nächsten Teile gespannt bin, wäre ich auch zufrieden, wäre das ein eigenständiges Buch, obwohl so viele Mysterien ungelöst bleiben und man kaum etwas versteht, in seiner Unheimlichkeit, wirkt doch alles so stimmig (mit der ganzen Geschichte, der grossen Ahnungslosigkeit, welche Area X umgibt, der unbestimmbaren Atmosphäre), dass ich ein derart offenes Ende sehr wohl hätte akzeptieren können.

Montag, 30. Mai 2016

Alles muss versteckt sein


Alles muss versteckt sein von Wiebke Lorenz

Zusammenfassung:

Ihre Gedanken sind mörderisch, ihre eigene Angst davor unaussprechlich: Nach einem Schicksalsschlag erkrankt Marie an aggressiven Zwangsgedanken, betrachtet sich als Gefahr für sich selbst und andere. Monatelang kämpft sie gegen die grausamen Mordfantasien an, die wie Kobolde durch ihren Kopf spuken, ständig verbunden mit der Panik, sie könne diese furchtbar realen Fantasien eines Tages nicht mehr kontrollieren und in die Tat umsetzen. Und dieser Tag kommt, als Marie neben ihrem toten Freund erwacht, der mit einem Messer auf grausamste Weise niedergemetzelt wurde. Am Ende eines Gerichtsprozesses wird sie aufgrund ihrer Schuldunfähigkeit zum Massregelvollzug in der forensischen Psychiatrie verurteilt. Dort sucht Marie verzweifelt nach Erinnerungen an die Mordnacht, denn für Marie selbst sind die Geschehnisse wie ausgelöscht. Nur ihr Arzt Jan scheint sie zu verstehen und ihr helfen zu wollen. Aber schon bald wächst in Marie der Verdacht, dass in Wahrheit vielleicht nicht so gewesen ist, wie es scheint...

Rezension:

Ein Teil des Buches ist ganz gut und interessant, es lässt sich gut lesen und ist allgemein ziemlich unterhaltend - leider haben mich andere Teile des Buches etwas mehr genervt. So ist die Geschichte zum Beispiel, aus meiner Sicht zumindest, unglaublich vorhersehbar. Für mich war immer sofort offensichtlich, was vorgeht, sobald ein neuer Charakter eingeführt worden ist (mit einer Ausnahme, aber die ist nicht sonderlich wichtig). So war besonders der "letzte Akt" (ich taufe die letzten ~50-80 Seiten jetzt einfach mal so) irgendwie ermüdend und irgendwie langweilig, ich habe nur darauf gewartet, dass die Geschichte endlich auf den Punkt kommt. 
Ausserdem, aber das ist eigentlich wirklich eine persönliche Präferenz, hat mich Maries (und eigentlich auch alle anderen, sie waren so ähnlich) "Stimme" genervt. Also, immer, wenn sie einen Text geschrieben hat oder so (also, in Mails z.B.), hat mich das unglaublich genervt (die ganzen Ausrufezeichen fliessen da unter anderem mit ein - ich mag Ausrufezeichen nur unter speziellen Umständen).

Freitag, 27. Mai 2016

Open Road Summer


Open Road Summer von Emery Lord

Zusammenfassung:

Es soll der Sommer ihres Lebens werden: Reagan hat sich gerade von ihrem Freund getrennt und will endlich ihr Leben in den Griff kriegen. Sie begleitet ihre besten Freundin, den Country-Star Lilah Montgomery, auf einer ausverkauften Tour durch die USA. Lilah hat selbst mit Liebeskummer zu kämpfen und die beiden Mädchen vertrauen auf ihre unendliche Freundschaft. Bis der charismatische Matt Finch als Opening Act angeheuert wird und nicht nur Reagans Gefühle komplett durcheinanderbringt...

Rezension:
Ein paar mal wiederum bin ich auch schon dafür gefeuert worden, dass ich nicht aufgetaucht bin... oder dafür, dass ich zwar aufgetaucht bin, aber kein "kundenorientiertes Verhalten" an den Tag gelegt habe. Dabei bin ich zu den Nichtidioten tadellos freundlich.
Da es hier gerade überraschend warm (unnatürlich, unmenschlich, unerträglich heiss - ich bin ein wenig melodramatisch, aber nur ein wenig) ist, dachte ich mir "wenn schon, denn schon". Also bin ich auf's ganze gegangen und habe gemacht, was ich sonst nie mache: Ich habe mein Buch genommen und mich damit in die Sonne gelegt. Es ist ein Sommer-Buch, also gebe ich mir die volle Sommer-Dröhnung, oder so. (Zugegebenermassen, ich bin nicht "noch nie" mit einem Buch in der Sonne gelegen, aber das sind normalerweise nur sehr kurze Ausflüge bevor ich zu frustriert war und mich allgemein von der Sonne gekocht fühlte - ich bin wirklich eher der Kältemensch, aber man soll sich ja vor neuen Erfahrungen nicht verschliessen.) Und ich finde, dass das tatsächlich eine sehr nette Kombination war. Ich kann also grundsätzlich empfehlen: wer dieses Buch liest, kann sich genau so gut auch gleichzeitig eine Dosis RL-Sommer reinziehen, zusammen schwebt man dann in einer schönen Blase der sommerlichen Atmosphäre. Sehr schön.

Jetzt habe ich allerdings noch gar nichts zum Buch gesagt und... nun ja, ehrlich gesagt, ich bin mir unsicher. Einerseits gab es einige Dinge, die mir klar gefallen haben (Dee und Reagans Beziehung, das hübsche Gefühl des Sommers), andere Dinge, die mich klar gestört haben (dieses "Obsessions"-Dingens, das Reagan eine Zeit lang bezüglich Matt an den Tag legt - später wird das besser) und einige Dinge, die mich zwar sehr klar gestört haben, die aber "mildernde Umstände" erfahren (Reagans Kommentare bezüglich anderen Mädchen). (Ausserdem gibt es noch ein paar andere Dinge, die einfach ein gutes Gefühl gegeben haben, auch, wenn sie nicht grundsätzlich von einer "guten Geschichte" zeugen - etwas, dass ich "Kasie West Gefühl" getauft habe.) Das alles kurz zusammengefasst würde ich die Geschichte als: Niedlicher Kitsch, mit einigen Makeln, bezeichnen.

Mittwoch, 25. Mai 2016

Der Dieb (The Queen's Thief #1)


Der Dieb (The Queen's Thief #1) von Megan Whalen Turner

Zusammenfassung:

Der junge Dieb Gen ist ein Meister seines Fachs. Doch auch der beste Dieb kann einmal Pech haben, und so wird Gen eines Tages von den Schergen des Königs gefasst und in den Kerker gesperrt.

Rezension:
"Warum bist du wach?", frage ich ihn.
"Ich behalte dich im Auge."
Ich sah die schlafenden Körper der anderen drei an. "Ihr wechselt euch ab?"
Ambiades nickte.
"Seit wann?"
"Seit dem letzten Gasthaus."
"Wirklich? Und ich war bis jetzt zu müde, um das zu schätzen zu wissen!" Ich schüttelte bedauernd den Kopf und schlief wieder ein.
Ein herzliches Dankeschön an Randomhouse, dass sie mir ein Leseexemplar im Austausch für eine ehrliche Rezension zur Verfügung gestellt haben! 

Irgendwie fand ich das Buch, vor allem anfangs, eher lauwarm. Das lag vor allem daran, dass ich meine Probleme mit Gen hatte, es wirkte irgendwie aufgesetzt, irgendwie off. Es war, als würde er gleichzeitig den Leuten in der Geschichte, als auch dem Leser (also mir) etwas vorspielen und daran musste ich mich erst gewöhnen, davor fand ich ihn als Protagonisten sehr anstrengend. Auch mit den anderen Charakteren hatte ich kleinere Probleme, besonders der Magus hat mich immer mal wieder irritiert, weil er recht willkürlich erschien, aber bis auf kleinere Unstimmigkeiten waren diese ansonsten solide.

Montag, 23. Mai 2016

Die letzte Drachentöterin


Die letzte Drachentöterin von Jasper Fforde

Zusammenfassung:

Jennifer Strange ist fünfzehn Jahre alt, Findelkind und aktuell die Leiterin von Kazam, einer Agentur, die Zauberer vermittelt. Die Zeiten, als die Zauberer noch vor Magie strotzten, sind längst vorbei. Wer einst ganze Berge versetzte, liefert heute auf seinem fliegenden Teppich Pizza aus. Die Geschäfte von Kazam laufen dementsprechend schlecht, und die Magier müssen um ihre Jobs fürchten.
Als wäre das nicht genug, macht auch noch die Vorhersage die Runde, dass der letzte Drache sterben wird - und zwar durch die Hand von niemand Geringerem als Jennifer. Schnell wird ihr klar, dass nicht nur ihr Leben, sondern die Geschicke aller Bürger in den Ununited Kingdoms auf den Kopf gestellt werden...

Rezension:
"Da gibt es nichts abzustimmen", sagte Lady Mawgon und griff nach dem Scheck. "Die Richtung war noch nie so klar."
"Wenn Sie den Scheck ohne Abstimmung auch nur anrühren, molche ich Sie", sagte Moobin.
Das war eine heftige Drohung. Jemanden in einen Molch zu verwandeln, war der letzte Ausweg für einen Zauberer. Es war irreversibel und praktisch Mord.
Meeeeh. Irgendwie bin ich enttäuscht. Ich finde das richtig schade, weil die ersten hundert-oder-so Seiten ziemlich vielversprechend waren. Ich fand die quirky Art der Geschichte liebenswert, mochte den Witz, der darin liegt und habe mich gut mit dem Buch amüsiert. Aber die restlichen hundertfünfzig-oder-so Seiten waren leider nicht mehr wirklich toll. Irgendwie hat alles sehr random gewirkt, es gab nur noch einige wenige lustige Stellen und Charaktere-mässig war alles überflüssig oberflächlich. Ich hätte dieses Buch so gerne bedingungslos in mein Herzchen geschlossen, leider hat es dieses um ein paar Meter verfehlt und liegt jetzt irgendwo traurig auf dem Boden rum (nicht wirklich - gerade liegt es in meinem Bett und gleich werde ich es, durchaus sorgfältig, in mein Regal legen). 

Freitag, 20. Mai 2016

Die Abenteuer des Sherlock Holmes (Sherlock Holmes #3)


Die Abenteuer des Sherlock Holmes (Sherlock Holmes #3) von Sir Arthur Conan Doyle

Zusammenfassung:

Baker Street 221b: Geheimnisvolle Besucher erscheinen bei Sherlock Holmes und haben Merkwürdiges zu berichten... Erst die kriminalistische Präzision des Meisterdetektivs bringt Licht in zwölf verworrene Fälle.

Rezension:

Ok, also, obwohl die ersten beiden Fälle ziemlich fast-paced waren, sind diese jetzt wirklich sehr straightforward (Mir fallen gerade wirklich keine passenden deutschen Ausdrücke dafür ein. Und zum Nachschlagen bin ich zu faul, immerhin passt das Englische perfectly!). Das Schema ist (fast) immer das (fast) Gleiche: Watson erzählt, weshalb er den Fall ausgewählt hat, Watson geht zu Holmes, der Fall wird geschildert, Watson hat keine Ahnung, sie gehen irgendwo hin, Holmes deckt irgendetwas auf, Holmes erklärt die ganze Geschichte, Ende. Also sind das 12 perfekte Kurzgeschichten für zwischendurch (wie ich sie auch gelesen habe, hier und da eine, zwischendurch halt). Man hat gerade genug Zeit, um ein wenig zu rätseln (Ich bin einmal sogar fast auf die richtige Lösung eines Falles gekommen! :D Naja, fast, bist auf so einen grossen Teil, der eigentlich wichtig war und... EGAL! Fast! Ich bleibe dabei. Ich bin stolz, ja?). Natürlich sind nicht alle Fälle gleich spannend, aber eigentlich haben mich alle recht angenehm unterhalten und es ist wirklich nie langweilig geworden (als ob man für Langeweile Zeit gehabt hätte, während man gerade von Irene Adler ausgetrickst wird). Hat auf jeden Fall (höhö, Fall, du verstehst?) ziemlich Spass gemacht, zu lesen.

Bewertung:

Hör zu, ich habe keine Ahnung, wie ich das Begründen soll, aber es sind 4/5 Sterne. Yo? Yo.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Der Zauberer von Oz


Der Zauberer von Oz von L. Frank Baum

Zusammenfassung:

Ein Wirbelsturm hat Dorothy ins geheimnisvolle Land Oz verschlagen. Nur der mächtige Zauberer, der über das Land herrscht, kann ihr helfen zurückzufinden. Auf der Suche nach ihm trifft Dorothy die Vogelscheuche, den Blech-Holzfäller und den feigen Löwen, die sich ihr anschliessen. Doch als die vier nach einer abenteuerlichen Reise den Zauberer von Oz endlich zu Gesicht bekommen, erwartet sie eine grosse Überraschung.

Rezension:

Der Zauberer von Oz gehört schon seit einer Weile auf die Liste von den Büchern, die ich einfach mal gelesen haben will, weil sie Klassiker sind, "die man halt mal so gelesen haben sollte". Dazu gehören auch einige Bücher, auf die ich mich schon ziemlich freue, aber der Zauberer von Oz gehört nicht wirklich dazu. Ehrlich gesagt hat mich die Geschichte nie wirklich interessiert, aber, ich meine, es ist ein kurzes Buch, da ist man schnell durch. Also bin ich schnell durch damit und es war etwa genau so, wie ich es erwartet hatte. Ist es übermässig spannend? Nicht für mich. Ist es wundervoll und toll? Auch nicht wirklich für mich. Hat es mir Spass gemacht? Joah, ein wenig, aber nicht wirklich mehr. War es "Zeitverschwendung"? Nicht wirklich, nein, dazu war es wirklich zu kurz und dicht. Man langweilt sich nicht, auch, wenn man sich kaum für die Geschichte (oder die Charaktere, oder sonst was) interessiert. Also kurzum: Es geht gut runter, auch wenn es, für mich, sonst nicht sonderlich viel hergibt. 

Bewertung:

Ehhhhh... keine Ahnung, ich schwanke zwischen 2.5 und 3, aber ich glaube ich gehe einfach mit 3/5 Sternen, weil man aufrundet oder so. 

Mittwoch, 18. Mai 2016

Der Marsianer


Der Marsianer von Andy Weir

Zusammenfassung:

Bei einer Expedition auf dem Mars gerät der Astronaut Mark Watney in einen Sandsturm und wird bewusstlos. Als er aus seiner Ohnmacht erwacht, ist er alleine.
Auf dem Mars.
Ohne Nahrung.
Ohne Ausrüstung.
Und ohne Crew, denn die ist bereits auf dem Weg zurück zur Erde.

Rezension:

Ich bin gerade sehr glücklich. Das mag vielleicht ein wenig sadistisch erscheinen, aber dieses Buch über einen armen, auf dem Mars gestrandeten, Astronauten hat mich sehr glücklich gemacht. Then again, vermutlich ist das nicht wirklich überraschend, zumindest nicht, wenn man ein wenig etwas über das Buch weiss.

Dienstag, 17. Mai 2016

Und wir scheitern immer schöner


Und wir scheitern immer schöner von Dirk Bernemann

Zusammenfassung:

Das Leben ist Krieg. Der Krieg hat uns alle leer gemenscht, kaputtgekriegt.
Das Leben ist kein Krieg, sondern Sehnsucht, irgendetwas zwischen Verachtung und Liebe!
Das Leben ist Krebs, er zieht Metastasenstrassen durch meinen Leib.
Das Leben ist Konzentrationsamok, ein Garten rot blühender Neurosen.
Und ich bin der Menschenkarton mit chemischem Inhalt. All das geschrien, während Genitalien sich duellieren...

Rezension:

Wer den ersten Teil von Ich hab die Unschuld kotzen sehen gelesen hat, der weiss, auf was er sich einlässt. Es ist, im Grunde, genau das gleiche. Natürlich sind die Geschichten anders, die Beziehung zwischen den Geschichten ist immer anders, aber es sind immer noch Geschichten von (menschlichen) Verderben, Verfall und dem allgemeinen, allumfassenden Unglücklichsein, welche irgendwie zusammenhängen. 
Ich fand das erste Buch grossartig und ich finde auch das zweite Buch grossartig (Ich schätze allerdings auch, dass das umgekehrt genau so funktioniert: Ich fand das erste Buch schlecht und ich finde auch das zweite Buch schlecht.). Kaputte Leben, kaputte Menschen. Ein kaputtes Buch. Dichte Atmosphäre, gnadenlose Aussagen, Perspektiven, die sich gegenseitig beleuchten. Einfach toll. Ich mag das.

Bewertung:

4.5/5 Sternen, weil weil halt. Ja.

Montag, 16. Mai 2016

Wie Schnee so weiss (The Lunar Chronicles #4)


Wie Schnee so weiss (The Lunar Chronicles #4) von Marissa Meyer

Zusammenfassung:

Das kann Königin Levana, Herrscherin des Mondes, nicht dulden: Ihre Stieftochter, Prinzessin Winter, wird täglich schöner und ihr Zauber immer mächtiger! Wütend zwingt die böse Königin sie dazu, sich das Gesicht mit Schnitten zu verunstalten - doch die Narben können Winters Schönheit nichts anhaben. Schliesslich versucht Levana sogar, sie umbringen zu lassen. Da fasst Winter einen verzweifelten Plan: Sie muss die rechtmässige Thronfolgerin Selene finden, um gemeinsam mit ihr die böse Königin zu stürzen...

Rezension:

Hach. Ich will mehr. Ich werde es vermissen. Ich wünschte, es wäre noch nicht vorbei. Es war so schön. Alles auf einmal.
Natürlich war das Buch nicht ohne Makel - im Gegenteil, es gab sogar recht viele Makel - aber die sind mir allesamt egal. Es war toll und ich will mehr. Man fängt einfach wirklich an, die ganzen Charaktere so richtig ins Herz zu schliessen, für sie zu bangen und hoffen und was weiss ich was. Man. In diesem Buch hat mich auch keiner von den ("guten") Charakteren mehr genervt (sprich: ich habe auch Cinder und Kai richtig lieb gewonnen), im Gegenteil, sie haben mich alle so sehr entzückt, dass ich ihnen tatsächlich alle so ein richtig dickes, fettes Klischee-Happy-End gewünscht habe. (Ich bin übrigens davon überzeugt, dass Iko und Kinney zusammenkommen, auch wenn ich das bisschen "offenes Ende" wertschätzen kann.)
Jop. Das ist alles. Ich bin sehr entzückt und ich hätte trotzdem gerne mehr. 

Bewertung:

Makel hin oder her, das Buch hat mein Herzchen gewonnen und ich gebe ihm 5/5 Sternen.

Mittwoch, 11. Mai 2016

Die Insel der besonderen Kinder


Die Insel der besonderen Kinder von Ransom Riggs

Zusammenfassung:

Manche Grosseltern lesen ihren Enkeln Märchen vor. Was Jacob von seinem Opa hörte, war etwas ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der abenteuerlustige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben, und von Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind. Inzwischen ist Jacob 15 Jahre alt und kann sich kaum noch an die wunderbaren Schauergeschichten erinnern - bis zu dem Tag, als sein Grossvater unter mysteriösen Umständen stirbt und Jacob Hinweise darauf findet, dass es die Insel aus seinen Geschichten wirklich gibt. Der Teenager macht sich auf die Suche nach ihr und findet sich in einer Welt wieder, in der die Zeit stillsteht und er die ungewöhnlichsten Freunde findet, die man sich vorstellen kann. Doch auch die Monster sind höchst real - und sie sind ihm gefolgt...

Rezension:

Mal wieder eines von den Büchern, die einen ziemlichen Hype erfahren haben, den ich allerdings einfach nicht nachvollziehen kann. Ich hätte das Buch am liebsten abgebrochen, dachte mir aber, dass vielleicht noch etwas tatsächlich interessantes kommt (nicht wirklich). Naja, im Grossen und Ganzen kann über dieses Buch gesagt werden: Es ist penetrant langweilig, der Schreibstil wirkt auf sehr unangenehme Art kindlich (wenn nicht sogar dumm - ausserdem, um es noch schlimmer zu machen, habe ich einige ziemlich dumme Schreibfehler entdeckt, die meinen Frust um dieses Buch nochmal extrem gesteigert haben), Jacob ist eine richtig unangenehm verzogene Göre und die Bilder fühlen sich total unpassend an.

Dienstag, 10. Mai 2016

Dark Places


Dark Places von Gillian Flynn

Zusammenfassung:

Sie war sieben, als die Schüsse fielen. Als sie in die kalte Nacht hinauslief und sich versteckte. Als ihre Mutter und ihre beiden Schwestern umgebracht wurden. Als ihre Zeugenaussage ihren Bruder hinter Gitter brachte. Jetzt, 25 Jahre später, ist aus Libby Day eine verbitterte, einsame Frau geworden, deren Leben eigentlich keins mehr ist. Doch inzwischen gibt es Leute, die an der Schuld ihres Bruders zweifeln. Libby muss noch einmal ihre Vergangenheit aufrollen: Was hat sie in jener verhängnisvollen Nacht wirklich gesehen? Ihre Erinnerungen bringen sie in Lebensgefahr - so wie damals.

Rezension:

Phu - was für ein Buch, nicht?
Zugegeben, der Anfang hat mich ein wenig befremdet, irgendwie wirkte alles ziemlich wirr und ich habe erst einmal eine Zeit gebraucht, bis ich mich ganz in die Geschichte einleben konnte, aber ab Seite 200 war ich ganz tief in das Mysterium des Buches gesogen. Gaaanz tief. 
Und hier liegt wirklich die Stärke der Geschichte: Es ist ein grosses Mysterium und obwohl man mit allen Fakten, die notwendig sind, um es zu lösen, präsentiert wird, und man unendlich viele Theorien aufstellt, kommt man doch nicht auf die richtige Lösung. An allen Ecken und Enden bekommt man einen Fakt zu lesen, der eine der Theorien wieder entkräftet, dafür kommen andere Fakten dazu, die wieder eine neue Theorie anfachen und so ist das ein ziemliches hin und her. Sehr ausgeglichen, sehr spannend. Das Ende war dann auch richtig mies eingefädelt, so dass ich vor Frustration (die gute Art von Frustration) ein wenig in mein Kissen geschrien habe (aber wirklich nur ein wenig). Und das "Ende-Ende" war dann tatsächlich sehr zufriedenstellend. Flynn hat so ziemlich alle losen Enden so zusammengebunden, dass man einerseits ziemliche Klarheit hat, andererseits aber auch nicht das Gefühl, als wäre alles zu friedvoll oder sowas.

Bewertung:

Keine Ahnung, irgendwie. Ist echt schwer zu sagen, natürlich war es sehr spannend, aber irgendwie war es auch nicht viel mehr. Also... 4/5 Sternen, ja, das scheint mir gut.

Freitag, 6. Mai 2016

Emmy & Oliver


Emmy & Oliver von Robin Benway

Zusammenfassung:

Emmy hat es satt, ständig in Watte gepackt zu werden. Surfen oder auf Partys gehen kann sie nur hinter dem Rücken ihrer Eltern. Seit zehn Jahren geht das so, seit damals, als der Nachbarjunge entführt wurde. Und auch nachdem Oliver zurückgekehrt ist, ändert sich daran nichts. Dabei will Emmy einfach nur Zeit mit Oliver verbringen. Auf den Wellen reiten. Glücklich sein. Aber die Ereignisse der Vergangenheit haben nicht nur Schatten auf ihr Leben geworfen, sondern auch auf das ihrer Eltern. Emmy spürt: Um glücklich zu werden, muss sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen.

Rezension:

Ich möchte diese Rezension direkt mit einem fetten Plottwist beginnen. Lieber Leser meiner Worte, ich bitte dich, schau dir noch einmal das Cover an, lies dir noch einmal die Zusammenfassung durch und sag mich dann: Was ist das für eine Geschichte?
Hier der Plottwist: Nein, es ist keine Liebesgeschichte zwischen Emmy und Oliver, die die Tage auf dem Surfbrett verbringen und sich gemeinsam durch den Sand wälzen. Überraschend, ich weiss. Aber es geht tatsächlich um so viel mehr, die Liebesgeschichte ist nur ein "Beigeschmack", Teil des grösseren Ganzen. Und das ominöse grössere Ganze ist, frankly, ziemlich wundervoll. 

In diesem Buch werden ziemlich viele zwischenmenschliche Beziehungen behandelt - die zwischen Eltern und ihren Kindern, die zwischen Freunden und (ja auch) die zwischen Liebenden (oder Verliebten - wie auch immer). Dies auf eine wirklich ausserordentlich hübsche Art und Weise. Man kann sich unheimlich gut in jeden Charakter hineinfühlen, (so ziemlich) jeder ist irgendwie differenziert dargestellt (mit ein paar Ausnahmen - Kann mir irgendjemand die Brandon-Geschichte erklären?), was ich sehr zu schätzen weiss. Besonders, wenn man bedenkt, was ich letztes Mal zu bemängeln hatte, als ich eine Liebesgeschichte gelesen habe. Da waren z.B. die beiden "besten Freunde" irgendwann nur noch ein irrelevanter Cheerleadingtrupp, welcher das "Hauptpärchen" angefeuert hat und sonst hatten sie kein Leben. Das ist hier ganz anders. Tatsächlich wird sogar angesprochen, wenn sich die Geschichte zu weit von ihnen entfernt und sie beginnen sich zu beschweren, dass sie vernachlässigt werden (was nur recht und billig ist, wie ich finde). 

Natürlich ist nicht alles rosig. Ich habe z.B. nicht kapiert, wie es kommt, dass alle einfach angenommen haben, dass Emmy und Oliver direkt zusammenkommen sollten? Ich meine, ja, vielleicht hat sich gerade eine gewisse Art der Liebe zwischen ihnen gebildet, bevor sie getrennt wurden, aber da waren sie sieben Jahre alt. In dem Alter habe ich mich auch auf Spielplätzen versteckt und meinem "Freund" heimlich einen Kuss auf den Mund gedrückt. Wenn irgendjemand glaubt, dass das ernst zunehmen ist, der ist ein ziemlicher Dummkopf. 
Ausserdem hat mich auch der Epilog irgendwie gestört. Der hat sich einfach angefühlt, als hätte Benway eine Obligation gehabt, am Ende noch allen ein Happy End zu verpassen und die Geschichte konfliktlos zu hinterlassen. Irgendwie langweilig und ich hätte es eigentlich lieber nicht gelesen. Naja. So läuft das halt manchmal.

Also, worum geht es denn jetzt wirklich? Die Hauptgeschichte dreht sich nicht um Emmy, wie sie mit Oliver zusammen kommt, sondern um Oliver, der nach Hause kommt.

Bewertung:

Wirklich süss und hübsch und hübsche Charaktere und Beziehungen und so, aber mit seinen eigenen Mängeln - 4/5 Sternen. (Ach, ausserdem ist das Buch ziemlich witzig, fällt mir gerade ein, sollte ich wohl irgendwo erwähnen. Aber doch, ziemlich witzig, indeed.)

Donnerstag, 5. Mai 2016

Schloss aus Glas


Schloss aus Glas von Jeannette Walls

Zusammenfassung:

Jeannette Walls ist ein glückliches Kind: Ihr Vater geht mit ihr auf Dämonenjagd, holt ihr die Sterne vom Himmel und verspricht ihr ein Schloss aus Glas. Was macht es da schon, mit leerem Bauch ins Bett zu gehen oder in Nacht-und-Nebel-Aktionen den Wohnort zu wechseln? Doch irgendwann ist das Bett ein Pappkarton auf der Strasse, und eine Adresse gibt es schon lange nicht mehr.

Rezension:

Uff... Was kann ich über dieses Buch schon gross sagen? Es ist grossartig, wunderschön und unendlich frustrierend.
Die Sprache (zugegeben, ich habe es auf englisch gelesen, also kann ich diesbezüglich nichts zur deutschen Übersetzung sagen) passt unendlich gut zur Perspektive, die man einnimmt. Tatsächlich hat sie mich stark an To Kill a Mockingbird erinnert, man fühlt sich wirklich wie Jeannnette in ihrem Alter (die Sprache scheint sogar mit ihr erwachsen zu werden, bzw. wenn sie das nicht tut, so kam es mir wegen der gesamten Atmosphäre trotzdem so vor). Ausserdem, und das ist in diesem Fall unheimlich effektiv, um sich richtig in die Geschichte einzufühlen, gibt es keine Kommentare zum Geschehen. Das heisst, dass die erwachsene Walls keinerlei Stellung zu den "aktuellen" (im Sinne des Buches) Ereignissen einnimmt, man bekommt alles nur aus der Perspektive ihres jüngeren Selbst mit und muss sich (gegebenenfalls) selber ein Urteil darüber machen. Hier gibt es eine Stelle, die mir besonders aufgefallen ist (also, nicht wirklich eine Stelle, aber ein Thema), und zwar die Geschichten, die ihr Vater ihnen erzählt. Man bekommt, wie Jeannette, von seinen grossartigen Abenteuern erzählt und sieht ihn, durch ihre Augen, als einen grossartigen, mutigen Mann. Ich, persönlich, habe auch zu den Kindern gehört, die ihren Eltern einfach alles geglaubt haben und in dem Moment, so wie ich in die Erzählung verwickelt war, habe ich nicht einmal gemerkt, dass ich, wie Jeannette, blindlings alles geglaubt habe, was ihr Vater erzählt hat, obwohl ich mir schon vor Jahre abgewöhnt habe, zu viel auf abenteuerliche Geschichten, die von Eltern ihren Kindern erzählt werden, zu geben.
Der Anfang der Geschichte ist einfach so unendlich schön, voller Melancholie bezüglich einer Kindheit, die man selber nie erlebt hat, obwohl man (also ich) immer wieder merkt, dass sie in Verhältnissen stattfindet, die man (also ich) nicht gewöhnt ist und teilweise auch überhaupt nicht gutheissen würde. Es ist unheimlich interessant, besonders für jemanden wie mich, die ich die Welt so gerne durch andere Augen betrachte.
Aber natürlich schwindet diese anfängliche Melancholie mehr und mehr, genau so, wie sich Jeannettes Weltvorstellung mehr und mehr verschiebt und ihre glorifizierte Bewunderung zu bröckeln beginnt. Ich will nicht zu weit auf dieses Thema eingehen, aber ich möchte festhalten, dass mich das Verhalten ihrer Eltern wirklich immer wütender und frustrierter gemacht hat. Gleichzeitig habe ich sie allerdings immer noch unheimlich differenziert wahrgenommen, was einfach wundervoll ist (es gibt nie genug gute Charaktere - ja, auch wenn sie aus der Realität übernommen werden, kann man nicht einfach davon ausgehen, dass jede Person so vielschichtig dargestellt wird, wie sie es ist). Ich musste das Buch teilweise wirklich kurz weglegen, weil ich so unendlich wütend auf ihren Vater war. Manchmal konnte ich kaum glauben, dass das alles echt passiert ist, obwohl ich mich gefühlt habe, als stünde ich direkt daneben und würde alles mitansehen.
Ausserdem hat Walls etwas gemacht, dass ich schon so oft gepredigt habe: Sie hat Gefühle oft nicht konkret ausgeschrieben. Man fühlt sich in eine Szene ein, nicht indem man gesagt bekommt, was man fühlen muss, sondern indem man durch Beschreibungen die ganze Atmosphäre einfach miterlebt, was zu den Dingen gehört, die ich bei Geschichten liebe (und an Autoren verehre). 

Bewertung:

Eine grossartige Darstellung der Situation, vielschichtige Charaktere und das mit einer brillanten Atmosphäre - 5/5 Sternen.

Mittwoch, 4. Mai 2016

Kriegerin im Schatten (Throne of Glass #2)


Kriegerin im Schatten (Throne of Glass #2) von Sarah J. Maas

Zusammenfassung:

Celaena hat sich in einem unerbittlichen Wettkampf gegen ihre Konkurrenten durchgesetzt und ist nun Champion des Königs. Nach seinen Vorgaben soll sie unliebsame Gegner beseitigen, die dessen grausame Herrschaft beenden wollen. Doch statt sie aus dem Weg zu räumen, warnt Celaena seine Feinde und ermöglicht ihnen so die Flucht. Dieses Geheimnis verbirgt sie zunächst vor Chaol, zu dem sie sich gegen ihren Willen immer mehr hingezogen fühlt. Wie sehr kann sie ihm vertrauen? Schliesslich ist Chaol der Captain der königlichen Leibgarde. Soll sie auf ihr Herz oder ihren Verstand hören?

Rezension:

Oh man, war das ein Buch. Nun ja, zumindest Teilweise. Ich habe meine Meinung bezüglich einigen der Charaktere ziemlich geändert (Dorian mag ich irgendwie lieber, als noch im letzten Buch, auch, wenn er teilweise ein wenig nervt mit seiner Eifersucht und was weiss ich was und Chaol - den ich im letzten Buch lieber mochte - hat mich sehr stark genervt, aus diversen Gründen - keine Details, weil sonst passieren Spoiler). Celaena fand ich in diesem Buch um einiges lebendiger und ausgearbeiteter als noch im ersten, sie hat mir auch weiterhin sehr gefallen, als Protagonistin (ausserdem ist sie endlich richtig zum kämpfen und Assassinen-Zeug-machen gekommen - yeah!), wobei diese Entwicklung auch durch die Vorgeschichten (Throne of Glass #0.1-0.5) unterstützt wurde. Tatsächlich waren die Vorgeschichten sehr interessant, damit man die ganzen Kontexte kennt und die Geschichten, die nur angedeutet werden und so, hat sich definitiv gelohnt, dass ich die auch konsumiert habe (kann ich also nur empfehlen, bevor man den zweiten Teil liest, vielleicht auch schon, bevor man den ersten Teil liest, aber das kann ich im Nachhinein nur schlecht einschätzen). Allgemein hat mich allerdings dieses ganze Liebesdrama ab einem gewissen Punkt nur noch genervt. Immer diese ganzen Leute, die sich von ihren Gefühlen davor blenden lassen, kluge Entscheidungen zu treffen, also echt jetzt! (Ausserdem: Was soll das eigentlich mit deren Timing? Ich meine, immer, wenn einer von den Beiden Zeit mit Celaena verbringt, ist der andere zufällig in der Nähe um es zu beobachten und eifersüchtig zu werden? Also bitte, verarschen kann ich mich selbst.)
Dafür kam dann natürlich der Höhepunkt und oh-mein-Gott war das ein toller Showdown. Endlich waren die ganzen Liebesgeschichten zweitrangig und *alles ist explodiert*. Ja, genau das ist passiert. Mehr sage ich dazu nicht. Naja, ausser, dass es tierisch viel Spass gemacht hat, das zu lesen und ich mich in einen typisch hibbeligen, komische-Geräusche-der-Aufregung-von-sich-gebenden Bücherfreak verwandelt habe. Das war so toll! Man, ganz ehrlich, da wurde mir erst richtig bewusst, wie sehr die Geschichte von Chaol und Dorian und so überlastet ist (der Kontrast ist sehr krass), ich will Action nicht Eifersucht! Argh. Und doch war dieser Teil so gut, dass ich mich am liebsten direkt auf den nächsten Teil stürzen würde (Wenn es ihn doch nur in der Bibliothek gäbe! ; _ ; Ich weine. Sehr fest.), weil er einfach alles, was mich sonst genervt hat, überdeckt hat.
Okay, zugegeben, neben dem ganzen Liebesdramadingenskirchengedöns gab es auch so immer wieder sehr spannende Stellen (hätte meine Müdigkeit mich nicht in den Schlaf gelullt, hätte ich das Buch an einem Stück durchgelesen), allgemein hat sich also einiges seit dem ersten Buch verbessert. Weiter so! 

Bewertung:

4.5/5 Sterne. Liebesdrama ist ätzend, aber ich bin jetzt noch ganz hibbelig.

Dienstag, 3. Mai 2016

Wie Sterne so golden (The Lunar Chronicles #3)


Wie Sterne so golden (The Lunar Chronicles #3) von Marissa Meyer

Zusammenfassung:

Seit ihrer Kindheit hat Cress die Erde nur aus der Ferne betrachten können. Unter der strengen Aufsicht der bösen Königin Levana führt sie in ihrem Satelliten ein wenig abwechslungsreiches Leben. Doch immerhin hat sie sich mit den Jahren zu einer begnadeten Hackerin entwickelt und verschafft sich so Zugang zu Levanas geheimen Plänen. Und dann taucht plötzlich das Raumschiff von Cinder, Scarlet und Wolf bei ihr auf, die ihr zur Flucht verhelfen. 
Doch wird sie auf der Erde den Ritter in der glänzenden Rüstung finden, von dem sie immer geträumt hat?

Rezension:

Wie Sterne so golden ist ein ziemliches "Naww"-Buch. Ich hatte mit so ziemlich jedem Charakter (zumindest den "guten") einen "Naww"-Moment. Das schlägt ziemlich auf mein armes, eiskaltes Herzchen. Nein, im ernst, das Buch war tatsächlich ziemlich niedlich und in dem Sinne auch sehr unterhaltend. Kai und Cinder haben mich teilweise ein wenig genervt, weil sie irgendwie sehr repetitiv erscheinen (primär in ihren Überlegungen), aber dafür habe ich mich immer ganz besonders auf Kapitel mit Thorne und Cress gefreut.
Die beiden sind tatsächlich so ein niedliches Duo, dass der Grossteil der "Naww"-Momente von ihnen induziert wurde. Cress und ihre ungeschickte, verzückte Art, ihren Idealvorstellungen (man denke nur an die Szene, in der sie beschlossen hat, Wolf doch zu trauen, Cress ist einfach so ein entzückendes kleines Dingelchen!), die trotzdem irgendwie nicht enttäuscht werden können, weil sie ja immerhin endlich ihre Freiheit hat und alles einfach irgendwie toll ist, ist einfach so liebenswert, dass ich mir wohl ein ganzes Buch durchlesen könnte, in dem sie durch die Welt wandert, das erste Mal einen echten Wald! und das erste Mal einen echten Bauernhof! und was weiss ich was sonst noch sieht (und dann Thorne ganz genau schildert, was es da gibt, obwohl er schon wieder sehen kann). Thorne wiederum, der schon im letzten Buch ein Lichtblick für mich war, hat sich hier wirklich ausgezeichnet geschlagen. Er hat Witz gezeigt und Mitgefühl und was weiss ich und es ist so niedlich mitanzusehen, wie sein Gehabe tatsächlich auf jemanden Wirkung zeigt und wie er darauf reagiert. 
Scarlets Kapitel waren auch sehr spannend (natürlich), auch, wenn sie nur selten vorkamen, was allerdings vermutlich auch gut so war, zu viel wäre vielleicht etwas zu dick aufgetragen gewesen. Wolf hingegen schien in diesem Buch irgendwie... Überflüssig? Ich weiss nicht, er war halt da und damit hatte es sich.
Ganz von den Charakteren und ihrer allgemeinen (oder auch spezifischen) Niedlichkeit abgesehen, hat das Buch sich in Sachen pacing und so auch weiterhin gesteigert vom letzten Band. Die Seiten sind mir nur so unter den Händen weggeschmolzen und es gab keinen langweiligen Augenblick (bzw. wenn, dann hat der keine zehn Seiten lang gehalten, weil dann schon wieder das nächste Kapitel aus einer anderen Sicht kam und dann war alles wieder spannend). Ich bereue allerdings mittlerweile, die Bücher nicht auf Englisch zu lesen (wobei sie bei uns in der Bibliothek nur auf Deutsch zu finden sind, was schade ist), weil mir die Sprache manchmal etwas ungeschickt vorkommt (bis hin zu einigen Stellen, bei denen man wirklich gemerkt hat, dass es übersetzt wurde - und zwar auf die schlechte Art gemerkt). Ich wüsste gerne, ob es auf Englisch besser klingt. Allerdings passt die Ungeschicklichkeit der Sprache wiederum dazu, wie kindlich Cress zum Beispiel wirkt. Naja, es ist eine zweischneidige Klinge oder so.
Auf jeden Fall freue ich mich wirklich auf den letzten Teil.

Bewertung:

Ich schwanke zwischen 3.5 und 4 Sternen, aber ich glaube ich entscheide mich für 4/5 Sternen, einfach, weil Cress. Jau. Sie ist entzückend und ich bin ihr voll und ganz verfallen. Man. Ich würde gerne einen Waldspaziergang mit ihr machen, das wäre sicher klasse.