Montag, 21. März 2016

Der Basar der bösen Träume


Der Basar der bösen Träume von Stephen King

Zusammenfassung:

Hier werden Albträume wahr.
Abermals legt Stephen Kind, u. a. Träger des renommierten O.-Henry-Preises, eine umfassende und vielseitige Kurzgeschichtensammlung vor. Von den insgesamt 20 Storys wurden bislang erst drei auf Deutsch veröffentlicht. Die Originale erschienen teilweise in Zeitschriften; andere sind bislang gänzlich unveröffentlicht.
Nicht immer blanker Horror, aber immer psychologisch packend und manchmal schlicht schmerzhaft wie ein Schlag in die Magengrube - Geschichten, die uns einladen, Stephen Kings Meisterschaft im Erzählen auf Neue beizuwohnen, oder, wie er selbst in einem Bassar der bösen Träume ausruft: "Hereinspaziert, ich habe die Geschichten eigens für Sie geschrieben. Aber seien Sie vorsichtig. Bestenfalls sind sie bissig und schnappen zu."

Rezension:

Kurzgeschichten haben immer eine ganz eigene Magie. Das liegt zum Teil daran, dass Autoren oft viel freier damit umgehen, als mit langen Geschichten. Man spielt (tendenziell) viel mehr mit Sprache, der Erzählperspektive und sonstigen Elementen und das finde ich grossartig. Das ist wohl der Grund, weshalb ich einen soft spot für Kurzgeschichten habe.  Ganz allgemein gesprochen.
Spezifisch geht es jetzt aber um Stephen King und seine Kurzgeschichten und ich muss sagen, dass ich viel Gefallen an ihnen gefunden habe. Einige waren unheimlich toll, einige waren gut und ein paar wenige ok. Bei manchen hat der Twist ein sadistisches Grinsen auf mein Gesicht beschworen, andere haben mich etwas kälter gelassen. Einige Enden haben mich auch gerührt (besonders die letzte Geschichte hat das Buch sehr schön ausklingen lassen), was ich persönlich besonders toll finde.
Ich muss allerdings zugeben, dass ich kein besonders grosser Fan der Gedichte war - weshalb ich sie dann eher überflogen als richtig gelesen habe. Besonders hervorstechend fand ich dafür die (in Ermangelung eines besseren Wortes) "Nicht-Horror-Fiktionen". "Herman Wouk Is Still Alive" (Ich bitte um Verzeihung, aber ich weiss leider nicht, wie die Geschichte auf Deutsch heisst.) hat mich  z.B. umgehauen.
Sicher etwas, dass man sich gut durchlesen kann und seine Zeit gut investiert fühlt.

Bewertung:

Eine Sammlung von Geschichten, natürlich gibt es da immer einige, die man besser bewerten würde als andere und in diesem Fall hat sich das ziemlich gut ausgeglichen, ich schätze, das Pendel landet auf der 4/5 Sternen.

Dienstag, 15. März 2016

Emma and the Banderwigh


Emma and the Banderwigh von Matthew S. Cox

Zusammenfassung:

Ten-year-old Emma doesn't believe in faerie tales or monsters that secret children away in the night - until she meets one.
She lives in a quiet village at the edge of Widowswood with her parents, her Nan, and her little brother, Tam. Ready to abandon the whimsy of childhood, she finds the boredom of chores comforting and Nan's fanciful bedtime stories silly.
One morning, a wan and weary old girl staggers out of the woods and sets the entire town aflutter with whispers of a child-stealing monster lurking in the forest. Nan tells her of the Banderwigh: a dark soul who feeds on sorrow and drains the life from children's tears.
Darkness comes calling on Emma's happy home, threatening the reality to which she desperately clings. The impossible becomes more and more real, forcing Emma to reach inside herself for the ability to believe. Her family depends on it.

Rezension:

Mal wieder eine Kindergeschichte. Normalerweise habe ich eine schwäche für Kindergeschichten, weil sie oft von einer ganz unschuldigen Magie erzählen (Auch, wenn Magie als solche nicht vorkommt, ich meine "Magie" in diesem Zusammenhang als eine Art grosser, allumfassender Zustand der Schönheit oder so.~ Man denke an Winnie the Pooh, in dem Buch steckt viel von der Art Magie.). Leider schafft es dieses Buch nicht, mich für seine Magie zu begeistern, es langweilt mich eher. Ich weiss nicht, woran das genau liegt, aber schlussendlich konnte ich einfach nicht wirklich was mit dem Buch anfangen.
Dazu kommen noch einige Punkte, die mich ein wenig irritiert haben. So redet Emma z.B. die ganze Zeit davon, wie gebrechlich ihre Nan ist und dass sie wohl bald sterben wird, dabei tritt ihre Nan ständig als noch fitte, etwas ältere Dame auf. Sie wirkt einfach nicht gebrechlicher als die Art 70-jähriger Oma, welche noch in ihrem Garten Gemüse pflanzt, täglich Spaziergänge unternimmt und ein etwas faltiges Lächeln mit sich trägt. Da wurde ich schnell müde von den ständigen "Nan wird bald sterben"-Gedanken, die Emma die gaaanze Zeit hat.
Dann kommt dazu, dass der Umschwung von "ich glaube nicht an Blödsinn" zu "oh, ich bin eine Druidin" (Druidin? Ein weiblicher Druid halt.) unglaublich schnell passiert. Es gibt keinen Übergang. Ja, natürlich sie hat den Banderwigh gesehen und so, aber trotzdem könnte man doch meinen, dass sie, rein eines antrainierten Instinktes wegen ein wenig skeptischer ist. Aber nein, sie kommt nach Hause, ihre Nan erzählt ihr was Sache ist und sofort lernt sie die Magie-Basics. Nachdem sie doch schon ihr halbes Leben jeglichen Glauben an Magie aufgegeben hat. Hat mich halt... irritiert.~

Bewertung:

Es ist mehr mittelmässig als schlecht, natürlich hat mich Zeug gestört, aber schlussendlich hat mich die Geschichte einfach kaum gejuckt. 2.5/5 Sternen, yo.

Die rote Königin (Red Queen #1)


Die rote Königin (Red Queen #1) von Victoria Aveyard

Zusammenfassung:

Rot oder Silber - Mares Welt wird von der Farbe des Blutes bestimmt. Sie selbst gehört zu den niederen Roten, deren Aufgabe es ist, der Silber-Elite zu dienen. Denn die - und nur die - besitzt übernatürliche Kräfte. Doch als Mare bei ihrer Arbeit in der Sommerresidenz des Königs in Gefahr gerät, geschieht das Unfassbare: Sie, eine Rote, rettet sich mit Hilfe besonderer Fähigkeiten! Um Aufruhr zu vermeiden, wird sie als verschollen geglaubte Silber-Adlige ausgegeben und mit dem jüngsten Prinzen verlobt. Dabei ist es dessen Bruder, der Thronfolger, der Mares Gefühle durcheinander bringt. Doch von jetzt an gelten die Regeln des Hofes, Mare darf sich keine Fehler erlauben. Trotzdem nutzt sie ihre Position, um die aufkeimende Rote Rebellion zu unterstützen. Sie riskiert dabei ihr Leben - und ihr Herz...

Rezension:

Ich hasse dieses Buch nicht. Ich finde es nur sehr schlecht. Ein wichtiger Unterschied, weil es schön darstellt, was einer meiner grössten Kritikpunkte ist. 75% des Buches lassen mich nämlich absolut kalt, stechen nicht einmal genug hervor um bleibende Eindrücke zu hinterlassen (ehrlich, ich habe sogar irgendwann angefangen Zettelchen zwischen die Seiten zu stecken, damit ich mich später - also hierfür - wieder an Zeug erinnern kann). Irgendwie interessiert mich der Plot der Geschichte einfach gar nicht - nur die letzten 50 Seiten sind überhaupt nur minimal spannend, die Charaktere sind leblos, langweilige Hüllen und Mares innerliche Monologe sind unheimlich repetitiv. Das nutzt sich alles sehr schnell ab, Szenen verschwimmen, schmelzen zusammen und nichts bleibt nachhaltig hängen. Man könnte sagen, dass das Buch schlichtweg keine eigene Persönlichkeit hat. Die restlichen 25% waren leider kopfschmerzauslösend schlecht.

Normalerweise schaffen es YA-Fantasy-Romane wenigstens irgendetwas minimal hinzubekommen (Manche schaffen sogar mehr als das. Logischerweise.). Soll heissen, dass in einem Buch die Romanze irgendwie niedlich ist und ich verstehen kann, weshalb man sie mag (Nein, hier ist nicht einmal das im Mindesten interessant.). Manchmal ist es ein Konzept, das eigentlich ganz interessant ist. Und manchmal fühlt man unter der mittelmässigen Schicht eines Buches auch ein gewisses, unterhaltendes Potential lauern. Wenn so etwas gegeben ist, dann kann ich normalerweise noch irgendwie nachvollziehen, dass Leute ein Buch, das aus meiner Sicht ansonsten eigentlich recht (bis ziemlich) schlecht ist, hypen. Bei dem hier bin ich im Nachhinein vollkommen sprachlos, wenn ich siehe, wie gross die Begeisterung um dieses Buch ist. Aus meiner Sicht hat es absolut nichts hinbekommen.
Die hervorstechendsten Kritikpunkte (der 25-Kopfschmerzen-Prozent) kurz zusammengefasst:
  • Mare ist eine der ätzendsten Protagonisten, denen ich bisher begegnet bin.
  • Die restlichen Charaktere sind kaum mehr als Hüllen von Klischee-Prototypen
  • Zwischenmenschlich schafft das Buch nicht einmal ein Klischee zu erfüllen und etwas minderwertig Solides abzuliefern (Wie schwer kann das eigentlich sein?)
  • Doppelmoral
  • Die Revolution ist unfassbar dumm (an einer Stelle hätte ich beinahe meinen Apfel durchs Zimmer geworfen, weil ich so genervt davon war)
  • Inkonsistenz
  • Dummheit

Mittwoch, 9. März 2016

Der Märchenerzähler


Der Märchenerzähler von Antonia Michaelis

Zusammenfassung:

Geliebter Mörder? Atemlos spannend - ein Meisterwerk von Antonia Michaelis.
Abel Tannatek ist ein Außenseiter, ein Schulschwänzer und Drogendealer. Wider besseres Wissen verliebt Anna sich rettungslos in ihn. Denn es gibt noch einen anderen Abel: den sanften, traurigen Jungen, der für seine Schwester sorgt und der ein Märchen erzählt, das Anna tief berührt. Doch die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Was, wenn das Märchen gar kein Märchen ist, sondern grausame Wirklichkeit? Was, wenn Annas schlimmste Befürchtungen wahr werden? 
Ein temporeicher Thriller und eine zu Herzen gehende Liebesgeschichte – lässt nicht los! Eindrucksvoll, begeisternd und abwechslungsreich - eine ganz neue Antonia Michaelis.

Rezension:

Offizielles Statement: DNF @76%

Bis zu ca. Seite 300 war alles gut. Der Plot war nicht besonders spannend, alles war ziemlich vorhersehbar, die Charaktere waren ganz interessant, ihre Korrelation unrealistisch, das Stalking widerlich, es gab ein paar niedliche Momente (Primär wegen Micha - ok. Zugegeben. Nur wegen Micha) und dann *Bam* kommt der Mist ab Seite 300.

Achtung, es folgen gleich noch Spoiler aus dem letzten Drittel des Buches!

Non-Spoiler-Zusammenfassung: Es passiert was sehr doofes und damit wird unglaublich bescheuert umgegangen und das hat mich sehr wütend gemacht, also habe ich beschlossen, das Buch nicht weiter zu lesen, weil es offensichtlich dumm ist und ich mir den Mist nicht geben will.

Montag, 7. März 2016

Annawadi oder der Traum von einem anderen Leben


Annawadi oder der Traum von einem anderen Leben von Katherine Boo

Zusammenfassung:

Annawadi ist ein Slum jenseits des luxuriösen Flughafens von Mumbai. Hier wohnen Tausende Menschen in notdürftig errichteten Hütten. Eng ist es hier und schmutzig. Und nicht selten fallen hungrige Ratten nachts über die Kinder her. In Annawadi lebt Abdul, der Müllsammler. Dass er geschickt ist in seinem Job, dass er Müll zu sammeln, zu sortieren und weiterzuverkaufen weiss wie kein Zweiter, ruft viele Neider auf den Plan. Denn der Erfolg des einen bedeutet den möglichen Ruin des anderen. Und jeder in dem Slum kämpft mit allen Mitteln um die pure Existenz. Katherine Boo erzählt nicht nur die Geschichte der Menschen in Annawadi - sie erzählt auch von ihrer Hoffnung und ihrem Streben nach einem besseren Leben und von den Auswirkungen des westlichen Konsums bis in dieses Eckchen der Welt.

Rezension:

Meine Meinung spaltet sich in zwei Teile. Den objektiven und den subjektiven.

Objektiv muss gesagt werden, dass es ein wirklich gutes Buch ist, das eine differenzierte Darstellung der Um- und Zustände in Annawadi bietet. Vor allem subtile Andeutungen oder nüchterne Verweise vermitteln erfolgreich ein lebhaftes Bild über Korruption, realistische Aufstiegsmöglichkeiten etc. Da auch ständig etwas passiert und irgend ein Handlungsstrang immer mit aktuellen Ereignissen aufwarten kann, ist es ausserdem durchaus spannend zu lesen.

Leider konnte ich das subjektiv nicht ganz so sehen. Besonders den letzten Teil. Denn, aus einem Grund, den ich selbst nicht sicher benennen kann (auch, wenn ich eine Vermutung habe) hat mich die Geschichte einfach irgendwie, bis auf ein paar wenige Stellen, kalt gelassen. Was, besonders bei einem solchen Buch, unheimlich tragisch ist. Und, als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, hat die Geschichte, sobald sie einen gewissen Höhepunkt erreicht hatte, einfach mehr und mehr an Spannung verloren, sodass besonders das Ende kaum befriedigender war als einen schluck lauwarmes, bereits etwas abgestandenes Wasser.